Anwendungsgebiete

Medizin 2

Direktor:
Prof. Dr. med. Stephan Achenbach
 

Anwendungsgebiete

Das wesentliche Einsatzgebiet der Computertomographie des Herzens (Cardio-CT) ist die Darstellung der Herzkranzgefäße. Bei bestimmten Patienten kann dies anstelle eines Herzkatheters eingesetzt werden, um Verengungen und Verschlüsse der Kranzgefäße nachzuweisen oder auszuschließen. Für den Einsatz der Computertomographie des Herzens gibt es zwei wesentliche Anwendungsgebiete:

  • Darstellung der Herzkranzgefäße nach Injektion von Kontrastmittel
  • Nachweis von Verkalkungen der Herzkranzgefäße

Darstellung der Herzkranzgefäße nach Injektion von Kontrastmittel

Über den Nachweis von Koronarkalk hinaus gestattet es die Computertomographie des Herzens auch, die Herzkranzgefäße direkt auf das Vorliegen von Verengungen ("Stenosen") oder Verschlüssen zu beurteilen. Für diese Untersuchung wird nach Punktion einer Vene Röntgenkontrastmittel gespritzt. Die erhaltenen Bilder gestatten dann die Beurteilung der Herzkranzgefäße oder von Bypass-Gefäßen u.a. in geschichteten oder auch dreidimensionalen Rekonstruktionen. Eine Schwangerschaft muss zur Untersuchung ausgeschlossen sein. Bei einer eventuellen Kontrastmittelgabe sind darüberhinaus Kontraindikation wie eine bekannte Allergie oder eine Nierenerkrankung zu beachten. Eine Beurteilung von Patienten mit Stents (Gefäßstützen) ist nur eingeschränkt möglich.

Nachweis von Koronarkalk

Die Computertomographie des Herzens gestattet den sehr empfindlichen und frühzeitigen Nachweis von Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen. Die Untersuchung dauert etwa 5 Minuten und wird ohne Kontrastmittelgabe durchgeführt. Die Verkalkungen sind immer durch Arteriosklerose der Herzkranzgefäße bedingt ("Koronare Herzerkrankung"). Sind mittels der Computertomographie des Herzens Verkalkungen der Herzkranzgefäße nachweisbar, so bedeutet dies, dass Ablagerungen von atherosklerotischem Plaque vorhanden sind. Diese gehen nicht notwendigerweise mit einer Einengung der Herzkranzgefäße einher, welche den Blutfluss und die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels beeinträchtigt. Jedoch können auch kleine, den Gefäßquerschnitt nicht einengende Plaques plötzlich aufreißen und zu einem kompletten Gefäßverschluss führen. Dies ist die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt.

Der Kalknachweis mittels der Computertomographie des Herzens gestattet es also, frühzeitig solche Patienten zu identifizieren, die ein erhöhtes Herzinfarktrisiko haben. Dies ist wichtig, da eine gezielte Reduktion von Risikofaktoren dann die Infarktwahrscheinlichkeit drastisch senken kann (zum Beispiel durch Einnahme von Medikamenten zur Senkung der Blutfettwerte). Diese Untersuchung - im englischen Sprachraum auch "Coronary Screening" genannt, um auf ihren Früherkennungscharakter hinzuweisen - ist bei Patienten zu empfehlen, die keine Beschwerden haben, aber Risikofaktoren für die Koronare Herzerkrankung besitzen. Zu diesen Risikofaktoren zählt vor allem das Vorliegen einer Koronaren Herzerkrankung (Infarkt, Bypass) bei Verwandten ersten Grades, erhöhte Blutfettspiegel (Cholesterin), erhöhter Blutdruck, Zigarettenkonsum und eine Zuckerkrankheit. Zudem kann der Koronarkalknachweis mittels der Computertomographie des Herzens auch eingesetzt werden, falls untypische Herzbeschwerden vorliegen: lassen sich keine Verkalkungen der Herzkranzgefäße nachweisen, so ist eine Koronare Herzerkrankung unwahrscheinlich.

Darstellung einer Stenose (Engstelle) einer Herzkranzarterie
Abb.: 69-jähriger Patient mit immer wieder auftretenden Brustschmerzen. Die Herz-CT zeigt eine hochgradige Engstelle (Stenose) in einem der wichtigen Herzkranzgefäße (links, Mitte). Die Herzkatheteruntersuchung bestätigte den Befund (rechts), in direktem Anschluss erfolgte eine Gefäßerweiterung mittels Ballon und die Implantation eines Stents (Gefäßstütze).
 
 
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Zusammenfassung