Abb.:von links nach rechts: Dr. T.Pflederer, Prof. Dr. S. Achenbach (Leiter der Arbeitsgruppe Herz-CT), I. Bickel , G. Muschiol
|
|||
Abteilung für kardiale Computertomografie (Herz-CT)
Medizinische Klinik 2
Universitätsklinikum Erlangen
Ulmenweg 18
D-91054 Erlangen
Telefon : 09131 - 853 3916
Fax : 09131 - 853 5532
E-Mail: med2-info@uk-erlangen.de
COMPUTERTOMOGRAPHIE DES HERZENS (HERZ-CT)
Was ist die Computertomographie des Herzens?
Die Computertomographie des Herzens ist ein modernes Röntgen-Diagnose-Verfahren mit dem aufgrund hoher Auflösung und schneller Bildgebung Untersuchungen des Herzens und der Herzkranzgefäße detailliert durchgeführt werden können. Die Untersuchung kann ambulant durchgeführt werden und dauert nur wenige Minuten.
An der Medizinischen Klinik 2 verfügen wir bereits seit September 2009 über ein Mehrzeilen-Spiral-CT der neuesten Generation, einem „Dual Source“ CT (Siemens Somatom Definition Flash). Aufgrund der gleichzeitigen Verwendung von zwei Röntgenröhren und Detektorsystemen hat dieses System eine wesentlich höhere Zeitauflösung und Dosisreduktion als frühere Gerätegenerationen und ist daher in ganz besonderem Maße zur Bildgebung des Herzens und der schnell bewegten Koronararterien geeignet. Ein Herzscan kann jetzt in vielen Fällen mit einer Dosis von weniger als 1mSv durchgeführt werden!
Für den Einsatz der Computertomographie des Herzens gibt es zwei wesentliche Anwendungsgebiete, den Nachweis von Verkalkungen der Herzkranzgefäße und die Darstellung der Herzkranzgefäße und von Bypass-Gefäßen nach Injektion von Kontrastmittel.
Die Untersuchung des Herzens mittels der Computertomographie des Herzens ist nichtinvasiv, es werden also keine Katheter eingeführt. Die Untersuchung kann ambulant durchgeführt werden und dauert nur wenige Minuten.
Hier können Sie sich einen Ausschnitt aus unserem Informationsfilm "Das Herz im Mittelpunkt" über das Herz-CT herunterladen:
Informationsfilm Herz-CT
(3MB)
Sollte Ihr Browser den Film nicht anzeigen, bitte mit Rechtsklick lokal speichern und dann mit einem Mediaplayer öffnen.
Nachweis von Koronarkalk
Die Computertomographie des Herzens gestattet den sehr empfindlichen und frühzeitigen Nachweis von Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen. Die Untersuchung dauert etwa 5 Minuten und wird ohne Kontrastmittelgabe durchgeführt. Die Verkalkungen sind immer durch Arteriosklerose der Herzkranzgefäße bedingt ("Koronare Herzerkrankung"). Sind mittels der Computertomographie des Herzens Verkalkungen der Herzkranzgefäße nachweisbar, so bedeutet dies, dass Ablagerungen von atherosklerotischem Plaque vorhanden sind. Diese gehen nicht notwendigerweise mit einer Einengung der Herzkranzgefäße einher, welche den Blutfluss und die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels beeinträchtigt. Jedoch können auch kleine, den Gefäßquerschnitt nicht einengende Plaques plötzlich aufreißen und zu einem kompletten Gefäßverschluss führen. Dies ist die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt.
Der Kalknachweis mittels der Computertomographie des Herzens gestattet es also, frühzeitig solche Patienten zu identifizieren, die ein erhöhtes Herzinfarktrisiko haben. Dies ist wichtig, da eine gezielte Reduktion von Risikofaktoren dann die Infarktwahrscheinlichkeit drastisch senken kann (zum Beispiel durch Einnahme von Medikamenten zur Senkung der Blutfettwerte).
Diese Untersuchung - im englischen Sprachraum auch "Coronary Screening" genannt, um auf ihren Früherkennungscharakter hinzuweisen - ist bei Patienten zu empfehlen, die keine Beschwerden haben, aber Risikofaktoren für die Koronare Herzerkrankung besitzen. Zu diesen Risikofaktoren zählt vor allem das Vorliegen einer Koronaren Herzerkrankung (Infarkt, Bypass) bei Verwandten ersten Grades, erhöhte Blutfettspiegel (Cholesterin), erhöhter Blutdruck, Zigarettenkonsum und eine Zuckerkrankheit.
Zudem kann der Koronarkalknachweis mittels der Computertomographie des Herzens auch eingesetzt werden, falls untypische Herzbeschwerden vorliegen: lassen sich keine Verkalkungen der Herzkranzgefäße nachweisen, so ist eine Koronare Herzerkrankung unwahrscheinlich.
Darstellung der Herzkranzgefäße und von Bypass-Gefäßen nach Injektion von Kontrastmittel
Über den Nachweis von Koronarkalk hinaus gestattet es die Computertomographie des Herzens auch, die Herzkranzgefäße direkt auf das Vorliegen von Verengungen ("Stenosen") oder Verschlüssen zu beurteilen. Für diese Untersuchung wird nach Punktion einer Vene Röntgenkontrastmittel gespritzt. Die erhaltenen Bilder gestatten dann die Beurteilung der Herzkranzgefäße oder von Bypass-Gefäßen in dreidimensionalen Rekonstruktionen.
Eine Schwangerschaft muss zur Untersuchung ausgeschlossen sein. Bei einer eventuellen Kontrastmittelgabe sind darüberhinaus Kontraindikation wie eine bekannte Allergie oder eine Nierenerkrankung zu beachten. Eine Beurteilung von Patienten mit STENTs ( Gefäßstützen) ist nur eingeschränkt möglich.
Wir beraten Sie gerne, ob eine Untersuchung bei Ihnen sinnvoll und angezeigt ist.
Rufen Sie uns an unter:
Tel: 09131 85-33916
Abb.:69-jähriger Patient mit immer wieder auftretenden Brustschmerzen. Das „Dual-Source-CT“ zeigt eine hochgradige Engstelle (Stenose) in einem der wichtigen Herzkranzgefäßen (links, Mitte). Die Herzkatheteruntersuchung bestätigte den Befund (rechts), in direktem Anschluss erfolgte eine Gefäßerweiterung mittels Ballon und die Implantation eines Stents (Gefäßstütze).
Hier können Sie sich ein Herz in 3D als Film herunterladen:
Film 3D-Herz
(348KB)
Sollte Ihr Browser den Film nicht anzeigen, bitte mit Rechtsklick lokal speichern und dann mit einem Mediaplayer öffnen.
Anmeldung zur Untersuchung
Prinzipiell ist die Untersuchung mittels Computertomographie des Herzens für jeden interessierten Patienten zugänglich. Es ist zuvor eine Terminvereinbarung unter der o.g. Adresse bzw. Telefonnummer erforderlich. Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten der Untersuchung in der Regel nicht.
Was muss man zur Untersuchung mitbringen?
Die Aussagekraft der Untersuchung wird erweitert, wenn ihre Risikofaktoren bekannt sind. Es ist deshalb nützlich, z.B. Laborwerte wie Cholesterin und anderer Blutfette oder das Ergebnis eines Belastungs-EKG mitzubringen, falls diese Untersuchung bei Ihrem Arzt durchgeführt wurde. Alternativ können die Untersuchungen auch bei uns vorgenommen werden.
Ist eine Koronar- oder Bypassdarstellung geplant, sollten Sie alle verfügbaren Unterlagen (z.B. Herzkatheterbefunde, Operationsberichte) mitbringen und zuvor Ihren Kreatinin-Wert (Nierenfunktion) sowie den TSH-Wert (Schilddrüsenfunktion) bestimmen lassen.
Des weiteren ist ein regelmässiger Herzschlag (Sinus-Rhythmus) Voraussetzung für die Durchführung der Herz-Computertomografie!
Gerne stehen wir Ihnen auch für weitere Informationen zur Verfügung!
Direktor: Prof. Dr. med. W.G. Daniel







